Montag, 1. August 2011

Nicht quatschen, machen?

Es gibt ja so Komiker. Also. Nicht die Komiker, die man deswegen Komiker nennt, weil man eine gute Kinderstube genossen hat, und deswegen auf genauere, mit Kraftausdrücken behaftete, Bezeichnung verzichtet, sondern die Komiker, die damit Geld verdienen. In Zeiten des »Drive-In« und des »Service Point« heißen die natürlich Comedian. Aber Komiker bleiben sie trotzdem. Und zu manchen davon fällt mir ganz spontan auch der eine oder andere Kraftausdruck ein.

Mario Barth ist so ein Fall. Ich fand den noch nie witzig. Nicht mal ansatzweise. Und das wird nicht besser. Nein, mit steigender Medienpräsenz wird das Menschenkind immer unwitziger. Geradezu unerfreulich unwitzig.

Aber gerade dann, wenn Mario Barth so überhaupt nicht witzig sein will, in den Fällen nämlich, wenn‹s um Geld geht, bei dem der Spaß ja bekanntlich aufhört, tja, da kann der Typ manchmal richtig komisch sein. Zwar nur dann, wenn man der Schadenfreude fröhnt, aber wir wollen ja nicht zu viel verlangen.

Der eine oder andere Leser hat vielleicht schon davon gehört: Mario Barth sammelt Marken. Nein, keine Briefmarken. Wortmarken. Und das geht so: Mario Barth kann hören. Und merken kann er sich auch was. Also nimmt er sich ein paar Sprüche, die er mal gehört hat, und die er für vermarktungsfähig hält - ob er sie witzig findet, kann ich nicht beurteilen, ich jedenfalls nicht -, und lässt die als Marke eintragen. Als Wortmarke nämlich.

Zum Beispiel den Spruch: Nichts reimt sich auf Uschi. Und das war witzig. Denn just zu der Zeit, als das passierte, hörte ich tatsächlich mal FFN. Und die Frühstücksradio-Clique, angeführt von Oliver Kalkofe, stellte klar: Den Spruch haben die schon vor Jahren mal erfunden. Nicht eintragen lassen. Aber erfunden. Vor Jahren halt. Aber Mario Barth hat‹s eintragen lassen. Und gleich mal T-Shirt-Herstellern ein paar Abmahnungen geschickt.

Sein neuster Coup: Nicht quatschen, machen! So innovativ wie ein 30 Jahre alter Bart. Ohne H. Und allgemeine Lebensweisheit. Meint das Düsseldorfer Landgericht. Ich auch.

Nicht quatschen, machen - mag ja noch angehen. Aber vorm Machen ist Denken auch nicht schlecht.

via.

Nachahmenswert II

Nicht zu süß, schön rot und mit kaltem Mineralwasser das Sommergetränk schlechthin:

Einfach guad kochte Sirup aus roten Johannisbeeren, obwohl Einfach guad's Kindheitserinnerungen bezüglich der Johannisbeeren eher negativ belastet sind.

Zum Glück, denn jetzt schmeckt's einfach guad - mir auch.

Montag, 25. Juli 2011

Der Herbstsommer, heißes Fett und ich

Trübe sieht der Himmel aus, Sturm und Regen haben sich gelegt. Es ist kalt. Kühl, eigentlich, aber doch für Juli kalt, so kalt, dass ich nur mit Herbstjacke aus dem Haus gehen kann.

Ein ruhiges Wochenende liegt hinter mir. Kein Lesewochenende, kein Bürowochenende, auch kein Event-Wochenende. Bei der Witterung waren Gemüsebrühe angesagt, heiße Schokolade. Und Küchenprojekte. So ist nach Jahren (!) endlich meine gusseiserne Pfanne eingebrannt und kann nun eingeweiht werden.

Die arme Pfanne musste übrigens nicht etwa im Schrank versauern, weil ich keine Zeit gefunden habe - so lange dauert das Ganze nämlich nicht -, auch nicht, weil ich nicht wusste, wie das Einbrennen funktioniert - das hatte ich längst geklärt - und auch nicht, weil ich die Pfanne etwa schlicht vergessen hatte. Nein, der Grund ist so einfach wie nach erledigter Aktion unverständlich: Ich habe mich nicht getraut.

Das mag dem geneigten Leser seltsam erscheinen, lässt sich aber mit einer wenig erfreulichen Anekdote erklären: Vor Jahren wollte ich einmal Gemüse frittieren. Da ich keine Fritteuse hatte, musste ein Topf herhalten, der auch durchaus geeignet war. Das Öl schien heiß, mir sogar etwas zu heiß, so dass ich den Topf von der heißen Herdplatte schob - und schwapp!, war meine rechte Hand ein gefühltes Flammenmeer, etwa drei Stunden lang. Das Abendessen war gelaufen, stattdessen war ich wochenlang mit einer pflaumengroßen Brandblase gesegnet - zum Glück an der rechten Hand, so war ich als überzeugte Linkshänderin nicht ganz so eingeschränkt.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ich jemals wieder mit Freude frittiere, gar ohne Fritteuse, ist naturgemäß ziemlich gering. Dummerweise kennt Angst kaum Grenzen, so dass ich mich immer ein wenig überwinden muss, um ein ordentliches Stück Fleisch wirklich ordentlich heiß zu braten. Nicht das große Problem, da es nicht sehr oft vorkommt, dass ich ein ordentliches Stück Fleisch braten möchte oder gar muss.

Aber nun die Pfanne. Einbrennen heißt wirklich einbrennen, nicht etwa braten. Also gehört die Herdplatte bis auf Anschlag heiß gestellt, Pfanne drauf, Schmalz rein. Dann die Kartoffeln. Und Salz. Und dann kommt der schwerste Teil der Aufgabe: Die Kartoffeln ordentlich verbrennen lassen. So richtig kohlrabenschwarz. Von beiden Seiten. Auf keinen Fall die Hitze reduzieren. Es richtig qualmen lassen. Auch dann, wenn es darum geht, die dicken Kartoffelscheiben in der Pfanne zu wenden. Was für ein Thrill!

Und was soll ich sagen: Ich habe es geschafft. Ohne Herzinfarkt - und ohne Verbrennungen. Es war gar nicht schlimm, nach einer Viertelstunde war die Angelegenheit erledigt. Ein Hoch auf die Erfinder der Glaskochfelder. Vorsichtig schieben, schon kann die Pfanne in Ruhe abkühlen. Schwapp! ist unwahrscheinlicher, meine Angst hat sich verflüchtigt, nur eine über sich selbst kopfschüttelnde Kleinstadelli bleibt zurück: Das hätte ich doch schon längst erledigt haben können!

Punkt.

Gewalt ist eine Pest.

So ist es.

Donnerstag, 21. Juli 2011

Nachahmenswert I

Hesting kochte - so lecker, dass ich nachkochte. Auf der Speisekarte stand:


Spinat-Bohnen-Risotto mit Tomaten



Ich kann nur sagen: Lecker! Allerdings habe ich, wie es meine Art ist, das Rezept den Vorräten meiner Küche und meinem Appetit angepasst.

Appetit rief lautstark nach Bulgur, so gab's kein Risotto, sondern ein Spinat-Bohnen-Bulgur mit Tomaten.

Auf den Wein habe ich verzichtet, zum Ausgleich war die Gemüsebrühe mit einer selbstgemachten Gemüsebrühenpaste aus Suppengemüse, Knoblauch, Salz und Öl gemacht.

Gewürzt habe ich das Ganze mit Koriander, leider nur getrocknet, und einer ebenfalls selbstgemachten Reisgewürzmischung, die allerdings fast noch besser zu Bulgur als zu Reis passt, der Name muss wohl geändert werden - deswegen musste die da einfach mit rein. Darin findet sich allerlei Pfeffer, Piment, Curry, Curcuma und weiteres Orientalisches aus meinem sehr üppigen Gewürzvorrat.

Super Idee, fix gemacht, kommt so oder in unzähligen Varianten sicher öfter auf den Tisch.

Mittwoch, 13. Juli 2011

Peter Gabriel, Steam, Facebook und ich

Seit Kurzem erst bin ich bei Facebook aktiv unterwegs, aus Nicht-Facebook-Gründen, behaupte ich. Aber dann kam der W., sandte mir eine Facebook-Anfrage, und nachdem ich mich wochenlang so gar nicht mit dieser Problematik auseinandersetzte, stieg ich ein - und schon war ich dabei, auch aktiv.

Die Plattform an sich hat viele Schwächen, die an vielen Orten des Netzes und auch offline schon so gut durchdekliniert worden sind, dass meine 50 Cent dazu nur als Internetmüll zu definieren wären.

Der Anlass dieses Blogeintrags ist dieses Video:

Petr Gabriel - Steam

Ich muss aus unerfreulichen Gründen heute eine Nachtschicht einlegen, was naturgemäß zu Ablenkungen führen kann, aber auch sollte, will ich nicht meinen armen alten Rechner oder irgendwelche Belege vom Balkon werfen.

So ließ ich mich durch meine ITunes-Playlist führen, begleitet von Mr. Random. Was dann als teilungswürdig erachtet - und auch bei YouTube gefunden - wurde, habe ich meinem bescheidenen Freundeskreis dann um die Ohren geschmettert, mit einem kleinen Kommentar.

Der Kommentar zu diesem Video allerdings überstieg die Zeichen, die bei Facebook für solche Zwecke erlaubt sind, um mehr als das Doppelte, so dass es hier nun eine Premiere gibt: Der, weiter oben vorgestellte Link zu einem Youtube-Video, dass ich niemals angeschaut hätte, gäbe es Facebook nicht.

Ich liebe Peter Gabriels Musik sehr, gerade auch das Album, dem Steam entstammt. Kurioserweise.

Denn genau dieses Video und das Video zu Digging the Grave - gleiches Album, gleiche Zeit - haben mich zum ersten Mal so richtig bewusst mit Peter Gabriel bekannt gemacht, mich, die ich zu diesem Zeitpunkt 13 Lenze zählte.

Peter Gabriel mochte ich daraufhin viele Jahre so überhaupt gar nicht. Zum Glück schaffte es H. vor zwei Jahren, mir den Mann dann doch wieder näher zu bringen - und siehe da: Peter Gabriel ist ja so was von gut.

Mit 13, zumindest mit meinen 13, war der Tobak offenbar zu stark. Ich habe völlig vergessen, richtiger: gar nicht erst gewusst, wie gut das Video ist. Meine Erinnerung beschränkte sich auf die Limousinen-Anfangsszene, die ich dafür viel schmieriger und falsch verstanden abgespeichert hatte. Sieh an, sieh an.

Die Werther-und-Shakespeare-nicht-zu-früh-Menschen-zumuten-Theorie kann also auch ... na ja ... Pop-Musik betrefen.

Freitag, 8. Juli 2011

Mit Zollfahndungsämtern ist nicht zu spaßen

Luxusschlitten locken Langfinger. Zum Beispiel so'n Bugatti. So ein Langfinger sollte sich allerdings gut überlegen, wo er sich seinen Bugatti besorgt - und wohin er damit fährt. Die Kanzlei Hoenig berichtet von einem Osteuropäer, der in der Schweiz einen Bugatti stibitzte und in Deutschland geblitzt wurde - noch keine große Sache, schließlich ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand, der so'n Bugatti so unwiderstehlich findet, dass er ihn klaut, dann auch entsprechend auf die Tube drückt, relativ hoch.

Aber jetzt kommt's: Wir wissen ja, Deutschland braucht Geld. Und für findige Beamte liegt das Geld nahezu auf der Straße. Das Zollfahndungsamt München bückte sich nur kurz und verlangt nun vom armen Sünder 10 Prozent Zoll sowie 19 Prozent Einfahrumsatzsteuer - auf den Wert des Wagens, den das Zollfahndungsamt auf 1,2 Millionen schätzt. Das bringt dem Amt schlappe 348.000,00 Euro, vorausgesetzt, das Amt kann dem armen Kerl die Kohle jemals aus den Rippen schneiden. Nicht, dass der geneigte Leser mich falsch versteht: Ich finde es nicht in Ordnung, wem auch immer was auch immer zu stehlen. Und Luxusschlitten sind mir ob ihrer Umweltbilanz sowieso äußerst suspekt. Aber dass ein Diebstahl neben der Strafe und dem vielleicht zu ersetzenden Schaden noch zu Schulden in Höhe von 348.000,00 Euro führt, lässt bei mir in der Tat Mitleid für den Dieb aufkommen.

Da sieht man‹s wieder: Diebstahl lohnt sich nicht, erst Recht nicht über Landesgrenzen hinweg.

Keksweisheiten

Kekse gehören in die Keksdose, sonst können sie Verräter werden.

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Tja, was neues ist das...
Tja, was neues ist das leider nicht. Vor allem, was...
Oliver (Gast) - 24. Okt, 15:27
Solche "wichtigen" Meldungen...
... sollen doch nur von den Dingen ablenken, von denen...
DonJuergen - 13. Sep, 18:14
Stimmt. Ich war auch...
Stimmt. Ich war auch ziemlich entgeistert. Habe 'ne...
Trojaner2304 (Gast) - 26. Apr, 09:09
1984
Ich finde das "Ministerium für Liebe" - ebenfalls Orwell...
DonJuergen - 25. Apr, 18:51
Das passt doch sehr gut!
Das passt doch sehr gut!
DantesMuse - 19. Apr, 10:41
Ich kann da als kinderlose...
Ich kann da als kinderlose Frau nicht mitreden. Aber...
Ani72 - 19. Apr, 08:35
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Ani72 - 18. Apr, 22:35
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DantesMuse - 18. Apr, 21:12