Kurioses, Aufregendes und Furchtbares

Montag, 20. April 2009

Hach ja - bei Muttern

Was Mamas sich wirklich wünschen. Unerhörte Gedanken zum Muttertag titelt Fiona – und mir bleibt nur, nach der Lektüre zustimmend zu nicken. Meine Mutter erwartet zwar ein Muttertagsgeschenk – bekommt deswegen natürlich auch jedes Jahr eines – aber wirklich geholfen war ihr damit nie.
Sehe ich mich um, sehe ich – fast – nur den altbekannten Standard: Mama kümmert sich schon. Bei den Kleinen kümmert sie sich um die eher unangenemen Dinge wie Windeln wechseln oder bockendes Kind besänftigen, und bei den Großen hat sie die Enscheidungsgewalt – wenn's um unangenehme Entscheidungen geht, versteht sich. Und wenn's dann doch mal andersherum läuft – ja, auch so etwas gibt es – kommt sich der Mann schon wie ein Verräter vor, weil das Wickeln konsequent geteilt wird. Oder die Frau muss sich vorwerfen lassen, eine Rabenmutter zu sein, weil sie's dem Manne überlässt.

Das Schöne am Muttertag ist ja: Man(n) kann dann mal eben sein Gewissen beruhigen, denn Mama hat ja ihren Tag. Bezeichnend übrigens, dass sich am Vatertag alkoholträchtige Vatertagstouren etabliert haben, am Muttertag aber Pralinen, Blumen und, wenn's gut läuft, ein Frühstück im Bett. Nun ja. Ich hab's noch vor mir. Und bin gespannt.

Freitag, 24. Oktober 2008

Die Zeit im Wandel der (Jahres-)Zeiten

Wo ist die Zeit bloß hin? Das fragt sich Kleinstadtelli in letzter Zeit noch häufiger als sonst. Kein Wunder, hat sie doch ganz plötzlich einen Knirps zu versorgen, der, mit fast zwei Monaten, so überhaupt nichts vom Zeitjoch hält. Ist es Nacht? Ist es Tag? Ist mir doch egal, denkt sich möglicherweise der Kleine und schreit, wenn er Hunger hat, wenn sein Magen ihn ärgert, wenn er gewickelt werden möchte, wenn er einfach so gar kein Bock hat, alleine im Stubenwagen zu liegen. Okay, denkt sich Kleinstadtelli, und folgt dem Drängen des Knirpses, soweit sie seine – durchaus unterschiedlich klingenden Schreie – interpretieren kann. Freuen kann sie sich, denn der Knirps gehört nicht zu den berüchtigten Schreibabys und Kleinstadtelli konnte seine Bedürfnisse bislang zu seiner Zufriedenheit stillen.

Doch in diesem Beitrag geht es gar nicht um die Bedürfnisse des Knirpses, sondern darum, dass das arme Kind leider noch gar nicht weiß, dass es eine „gesetzliche Zeit“ gibt, nach der er sich allzubald zu richten hat. Kleinstadtelli herself wusste davon bis eben allerdings auch nichts. Also: Es gibt eine gesetzliche Zeit in Deutschland, liebe Mitleser, und das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) hat am 4. Juli 2008 die Zuständigkeit für eben diese gesetzliche Zeit übernommen.

Hintergrund dieses Kuriosiums ist die allseits bekannte Sommer- und Winterzeit, die dafür sorgt, dass Kleinstadtelli und zahlreiche andere Leidtragende um die Zeit der Uhrumstellung herum mindestens eine Woche lang etwas neben der Spur sind. Es ist halt plötzlich schneller dunkel. Oder früher hell. Auf jeden Fall verwirrend für sensible Biorhythmen.

Aber diese Verwirrung ist durchaus zu verschmerzen, schließlich gilt es, so heißt es in der Pressemitteilung des BMWi, die Tageshelligkeit besser auszunutzen. Das wiederum mag sich dem verwirrten Geist der Kleinstadtelli nicht ganz erschließen: Bleibt der Tages- und Nachtrhythmus doch gleich und verursacht dann eben morgens oder abends – je nachdem – mehr Stromaufkommen durch Betätigen des Lichtschalters als vor der jeweiligen Umstellung. Doch die US-Sommerzeit, so ist hier zu lesen, ist seit letztem Jahr vier Wochen länger. Man verspricht sich davon, Zitat: Vor allem wirtschaftliche Vorteile. An jedem dieser zusätzlichen „Sommertage“ soll Energie im Gegenwert von 100 000 Barrel (rund 16 Millionen Litern) Öl gespart werden. Ob dies wirklich eintrifft, soll eine Studie überprüfen. Zusätzlich verspricht man sich eine geringere Kriminalitätsrate, weniger Verkehrsunfälle, mehr Wirtschaftswachstum sowie mehr Zeit für Freizeitaktivitäten.

Ob dieser unglaublichen Möglichkeiten verstimmt zwar nicht Kleinstadtellis Biorhythmus, doch Kleinstadtellis Verstand verneigt sich in Demut – so es denn funktioniert. Allerdings lässt sich Kleinstadtellis Teufelchen, traditionell auf ihrer rechten Schulter sitzend, nicht wirklich zum Schweigen bringen. Zeit ist relativ, das hat Einstein schon vor Jahrzehnten herausgefunden, raunt es ihr zu. Und überhaupt fand diese ganze Tick-Tack-Angleichung nur der Züge und ihrer Fahrpläne wegen statt, weil's ja blöd ist, wenn der Zug in München zur Berlin-Zeit ankommt. Und heute gibt es nun eine „gesetzliche Zeit“, die scheinbar zahlreiche Wunder in sich birgt. Nun ja. Kleinstadtelli und ihr Biorhythmus sind froh darüber, dass es (noch) keine gesetzliche Arbeits-, Schlafens-, Liebes- oder Essenszeit gibt. In der Tat.

Dienstag, 11. März 2008

Kleinstadtelli und das Osterfest

Manchmal komme ich wirklich ins Grübeln: Ist es gut oder schlecht, dass mich meine Journalistentätigkeit mehr oder weniger rechtzeitig an die Feiertage unserer Gesellschaft erinnert?

Nun also Ostern. Osteressen. Osterbräuche. Ostergeschenke. Osterhasen. Und Ostereier. Natürlich. Und eine Kleinstadtelli, die damit nun rein gar nichts am Hut hat.

Allerdings: Der - manchmal etwas verwirrt-verwunderte - Blick von außen hat auch so seine Reize. Es ist ein wenig so, als würde man die etwas seltsam anmutenden Bräuche einer fremden Kultur betrachten. Irgendwie kurios. Aber durchaus interessant.

Mittwoch, 16. Januar 2008

Ein Text mit 17 Unwörtern

Nimmt man die 17 bislang gekürten Unwörter und textet dazu etwas, klingt das wirklich sehr, sehr gruselig.

Und das liegt nicht nur an dem Titel Menschenmaterial an den Herd.

Dienstag, 17. Juli 2007

Untergang des Abendlandes?

Alice Schwarzer macht Werbung für Bild. Und wie es scheint, bin ich nicht die einzige, die das nicht versteht.

Freitag, 29. Dezember 2006

Der Innenminister, dein Freund und Helfer

Neulich verkündete er, das Renteneintrittsalter von 67 Jahren sei nicht das Ende, weil Altersarbeit "wahrscheinlich das wirksamste Vorsorgeprogramm gegen die Verbreitung von Demenz" sei.

Das nenne ich doch mal Politikerdeutsch in Reinform. Was würden wir nur machen, wenn wir den Schäuble nicht hätten? Richtig, werter Leser: Ab dem 68. Geburtstag blöde vor uns hinsabbern. Da bin ich ihm aber dankbar, dem Herrn Schäuble. Und dem kleinen Kobold in meinem Kopf, der mir beharrlich einflüstert, dass die weitere Erhöhung ja eher was mit Misswirtschaft, falsch verstandener Versicherung, Habgier und Unfähigkeit zu tun hat, diesem frechen Kobold bläue ich auch noch die Schäubl’sche Wahrheit ein.

Gefunden bei den Zeitspuren.

Mittwoch, 27. Dezember 2006

Ham wa nich

Et war eenmal der kleene Ronny ... *räsuper* Also.

Ein gewisser Ronny, Student seines Zeichens, ist mit einer beeindruckend konsequenten Berliner Schnauze ausgestattet. Und dieser Ronny stürzte sich in das Abenteuer, ein Zusatzticket zu seinem Semesterticket zu bekommen. Und was er dabei so erlebte und ob er Erfolg hatte oder nicht, erzählt er – natürlich im schönsten Berliner Dialekt – bei Lim_Dul.

Freitag, 8. Dezember 2006

Seltsames Weihnachtszeuch die I.

Das dritte Weihnachten arbeiten in der Nähe einer der Haupteinkaufsstraßen der Großstadt entlockt mir höchstens noch ein seufzendes Schulterzucken. Dem Rumgeschiebe und -geschubse, den rummotzenden Geschenkejagern, den Auf-gar-keinen-Fall-Beiseitegehern und vor allen Dingen der schlechten Laune, die einem aus fast jedem Gesicht wie ein schlecht isolierter Castorbehälter entgegenstrahlt, entziehe ich mich durch Umwege und völliger Konsumverweigerung.

Beim ersten Mal, also zu der Zeit, als ich meine Leutchen nicht wegen Weihnachten, sondern der dunklen, kalten Jahreszeit wegen beschenkte – ausdrücklich nicht an Weihnachten –, stand nach drei Tagen fest: Das ist der letzte Dezember, den ich mit Geschenke kaufen verbringe. Die dunkle, kalte Jahreszeit kann man nämlich auch ganz einfach mit Keksen vertreiben. Oder einem ausgiebigen Brunch. Oder so. Die Mordgelüste nahmen nämlich überhand, die Nerven lagen blank und in Anbetracht der Tatsache, dass ich in dieser Jahreszeit ohnehin eher zu den depressiven Zeitgenossen gehöre, fand ich es überhaupt nicht sinnvoll, mich mit miesgelaunten, ignoranten, genervten, wütenden und fantasielosen Menschen zu umgeben, in deren leeren Augen die Hoffnungslosigkeit eines jährlich wiederkehrenden, jährlich vermurksten, aber nichts desto Trotz geschenkreichen Weihnachtsfestes zu lesen ist.

Mittlerweile habe ich so viel Distanz zu dieser Einkaufsmasse, dass mich das Paradoxon Fest der Liebe/Einkaufsschlacht eher amüsiert als schockiert. Das liegt möglicherweise auch an seltsamen Umfragen seltsamer Radiosender, bei denen dann rauskommt, dass es Leute gibt, die meinen, Weihnachten wäre von Coca Cola erfunden worden. Und dabei hat Coca Cola nicht mal den Weihnachtsmann erfunden. Aber das ist eine ganz andere Geschichte, und soll ein andermal erzählt werden. (Übrigens das erste Mal, dass ich offiziell aus Michael Endes „Unendliche Geschichte“ klaue zitiere.)

Wie auch immer. Eigentlich gibt es nur einen Grund, warum ich meine geschätzten Leser in diesem Jahr nicht vor der Weihnachtskeule bewahre, genauso genommen ist sogar nur ein Wort Schuld: Weihnachtsbaumschürze. In einem Prospekt, der einem der beiden kleinstädtischen Anzeigenblattern beigelegt war, wurde so etwas nämlich angeboten. Also. Eine Weihnachtsbaumschürze. Damit der Weihnachtsbaum sich nicht bekleckert. Oder damit niemand sehen kann, wie hässlich der Baumschmuck wirklich ist. Oder als „Kleines Schwarzes“. Oder ... wie? Ich hoffe, dieses komische Dingens wird kein neuer Trend – irgendwann ist selbst bei Weihnachten die Lächerlichkeitsgrenze erreicht.

Donnerstag, 30. November 2006

Zu Hülf!

Deutschland ist, das wird kaum einer bestreiten, ein geradezu inbrünstig bürokratisches Land. Hierfür will eine Genehmigung eingeholt, dafür ein bestimmter Schein vorgelegt werden.

So habe ich beispielsweise einen Freund, der sich als Ich-AG selbstständig machte - und auch auf dem Amt bei der Agentur für Arbeit keinen Zweifel daran ließ, dass er handwerkliche Arbeiten aller Art anzubieten gedachte. Der Mitarbeiter besagter Agentur nahm das wohl schulterzuckend so hin, besagter Freund putzte unter anderem auftragsgemäß ein Haus, normalerweise eine Malerarbeit. Das wiederum hat ein geschäftiger Mitarbeiter meiner Lieblingskleinstadt gesehen, der ihn darauf aufmerksam machte, dass er solche Arbeiten nur ausführen dürfe, wenn er einen Malermeister beschäftige. Sicherlich gilt dies auch für Zimmermanns-, Steinsetzer- und viele andere handwerkliche Arbeiten, die besagter Freund natürlich auch angeboten hat und vor denen ihn besagter Agenturmitarbeiter sicherheitshalber nicht gewarnt hat. Und natürlich wurde es teuer: 4.000 Euro für den Auftraggeber, 3.000 Euro für besagten Freund.

Ich selbst hatte in diesem Jahr auch ein sehr interessantes Erlebnis: Mir wurde zum ersten Mal mein Konto gepfändet. Doch damit nicht genug: Das Konto wurde gepfändet, weil das Finanzamt meiner Lieblingskleinstadt unglaubliche 5 Wochen auf die riesige Summe von 87 Euro warten musste. Hierbei handelt es sich um meine Kfz-Steuer, deren umgehende Bezahlung ich schlicht vergessen habe. Doch damit nicht genug: Das Konto wurde also gepfändet, natürlich, damit mir das auch richtig weh tut, am Anfang des Monats, also dann, wenn Miete etc. bezahlt werden wollen, die besagten 87 Euro plus etwa 30 Euro Bearbeitungsgebühr meinem Konto entnommen und das Konto wieder freigegeben. Die Bankpraxis sieht dann so aus, dass das Geld 2 Wochen auf einem Extrakonto gebunkert wird, weil ja durchaus die Möglichkeit besteht, dass ich Widerspruch einlege. Man sollte annehmen, solche Feinheiten seien auch dem Finanzamt bekannt, wenn sie schon so fix beim Pfänden sind. Doch weit gefehlt: Etwa 2 Wochen nach der Pfändung flatterte mir von meinem Lieblingslandkreis die Nachricht ins Haus, dass ich mein Auto ab sofort nicht mehr bewegen dürfe, weil das Finanzamt nach wie vor vergeblich auf diese unglaublich großen Steuerbetrag warte. Außerdem habe ich innerhalb von einer Woche mit Nummernschildern dort aufzutauchen, damit das Auto zwangsabgemeldet werden könne. Ein belustigter Anruf beim Landkreis und ein zorniger Anruf beim Finanzamt später war klar, dass diese vermaledeite Steuer auf dem Konto des Finanzamts eingegangen sei. Die Sache wäre also erledigt, wenn nicht dem Landkreis durch dieses Schreiben auch noch etwa 30 Euro Kosten entstanden wären, die der Landkreis nun bei mir einfordert, obwohl ja das Finanzamt das verschusselt hat. Nun muss ich also dem Landkreis klarmachen, dass das Finanzamt hier der richtige Ansprechpartner ist und dem Finanzamt, dass es diese Kosten gefälligst zu zahlen hat. Bei dem Gedanken an den zähen Kampf, der mir wegen der paar Kröten ins Haus steht, bin ich fast versucht, einfach zu zahlen. Glücklicherweise ist (noch) mein Gerechtigkeitssinn stärker.

Ich könnte noch diese oder jene Begebenheit zum Besten geben, um zu erklären, warum ich jeden verstehen kann, der angesichts blöder Behörden und hinterlistiger Versicherungs- oder Bankvertreter den Kopf in den Sand steckt. Doch das ist eigentlich gar nicht die Botschaft dieses Beitrages. lukUHLus, ein Blogger, den ich erst kürzlich entdeckte, dessen Ansichten mir aber sehr gefallen, gehört(e) nämlich zu den Straußvertretern, die meinen, es reiche, Briefe nicht zu öffnen, um Schaden abzuwenden. Und nun steckt er tief im Schlamassel und muss dem Finanzamt in einem halben Jahr 13.000 Euro bezahlen, um den Schaden zu begrenzen. Da aufgrund anderer widriger Umstände seine Bonität die nächsten Jahre sozusagen nicht vorhanden ist, bittet er die Bloggergemeinde um Hilfe. Ein Kredit, eine Spende - jeder Fitzel könnte ihm helfen. Im Moment bin ich nicht in der Lage, ihm zu helfen, denn auch über meinem Kopf kreist der Pleitegeier, aber vielleicht fasst sich ja einer meiner Leser ein Herz? Oder trägt die Bitte weiter? Ein halbes Jahr ist Zeit, vielleicht kann ich bis dahin den Pleitegeier verscheuchen und auch helfen, man weiß ja nie. Ich wünsch dir bei diesem Projekt auf jeden Fall viel Erfolg, lukUHLus - auf das dieses Projekt Schule mache und noch vielen anderen Menschen helfe!

Mittwoch, 22. November 2006

Amok

Ja. Genau. Es ist natürlich viel einfacher, Ballerspielen die Schuld zu geben. Dann kann man das Geschehen leichter unter den Teppich kehren – und auf die nächste Tragödie warten. Bis zu dem Tag, an dem es gefährlicher ist, eine Schule zu besuchen, als am Straßenverkehr teilzunehmen. Oder dem Tag, an dem Mitleid, Toleranz, Verständnis, Güte, Hilfe oder Respekt voreinander ganz offiziell verpönt sind.

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Was? Er kann stehen? Hört sich gut an. Auch die...
Sammelmappe (Gast) - 26. Nov, 20:14
Schön, dass du wieder...
Schön, dass du wieder da bist.
Sammelmappe (Gast) - 9. Nov, 17:26
Dieses Mal länger?
Würde mich freuen :) liebe Grüße, Lunula
lunula - 9. Nov, 13:51
Brillant!
Eine phänomenale Seite! Da werde ich Dauergast
Randolph Carter - 1. Jul, 17:57
Ja, ja. Das merke ich...
Ja, ja. Das merke ich mir mehrfach am Tag und murmle...
Sammelmappe (Gast) - 11. Jun, 20:54

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