Montag, 16. April 2012

Ab heute wird Politik ganz offiziell verwurschtelt oder: Wir wurschteln uns durch das, was wir Demokratie nennen

Politische Inhalte? Sind doch überflüssig, pardon: Wurst. Warum dann nicht die ganze Partei als Wurst verkaufen? Ich übertreibe, meinen Sie, werter Leser? Überspitze, überreize mein Blatt, schieße weit übers Ziel hinaus, meinen Sie?

Bis eben hätte ich Ihnen ja zugestimmt, aber nun verkauft sich die NRW-SPD als Currywurst. Und wir haben leider nicht den 1. April, so oft ich auch auf den Kalender schaue.

Ich weiß wirklich nicht, warum ich angesichts dessen noch darüber aufrege, dass einer der beiden Mitentwickler dieses Plakats das Ding "Leider geil" findet und ganz bewusst die Band Deichkind zitiert, die außer einem herrlichen Namen leider so gar nichts mehr zu bieten hat.

Ich muss aber trotzdem noch einen Satz aus dem Interview mit der SZ zitieren, der an Abstrusität kaum zu überbieten ist:

Wir hatten erst an Karneval gedacht, aber dann wäre es nur ein Spaßplakat geworden.

"SPD ist Currywurst" ist nämlich kein Spaßplakat, sondern Lebensgefühl. Über die Currywurst hat nämlich auch schon der Grönemeyer gesungen und deswegen ... na ja ... soll dann im Rheinland die SPD zur Frikadelle werden. Geneigter Leser: Ich verstehe es auch nicht. Die beiden jungen Männer, die das Ding gezimmert haben, können da vielleicht eher weiterhelfen.

Ich habe nur das dumme Gefühl, dass ich das vielleicht eher in Großbuchstaben hätte schreiben sollen.

Is‘ es sich kein Pferdefuß dabei

Ich bin altmodisch, das betone ich bei jeder Gelegenheit, die sich meistens dann ergibt, wenn ich mich mit der neuesten neumodischen Erfindung auseinandersetzen soll. Twitter ist da so ein Beispiel. Facebook war es lange. Tablets werden es bleiben, so lange ich schnelles Tippen nicht verlerne.

„Altmodisch“ ist also nur ein Synonym für eine schlechte Ausrede. Der Begriff „oldschool“ hat sich in meinem Sprachgebrauch noch nicht so abgenutzt. „Oldschool“ ist für mich Musik aus den 90ern, Zitronentee, Plattenspieler oder eine Modem-Internetverbindung (Marke: Bitte pflanzen Sie erst Ihren Kaffeebaum an, befolgen zur Ernte alle notwendigen Schritte, mahlen sich einen frischen Kaffee, am besten mit den Fingern, das dauert schön lange, kochen sich dann ein Tässchen – und dann ist vielleicht auch Ihre gewünschte Internetseite aufgebaut).

Wenn ich, die ich früher durchaus mal an Rechnern herumgeschräubelt habe (geschraubt wäre etwas übertrieben), dann so Drucker sehe, die tatsächlich noch mit einem richtigen Druckerkabel angeschlossen werden, könnte ich durchaus ins Schwärmen kommen. So was von oldschool! Wenn der neue Drucker dann allerdings ohne Anschlusskabel, heute also immer: einem USB-Kabel daherkommt, ist das irgendwie auch von früher, nur ohne Charme oder gar Nostalgie.

Ich dachte nämlich wirklich, derlei Blödsinn wäre ausgestorben. Der treo hat mir dazu eine wirklich lustige Geschichte erzählt, die ich Ihnen, werte Leser, wahrlich nicht vorenthalten will: Es gab da mal einen Mann in meiner Kleinstadt, der hatte einen Praktikanten aus dem europäischen Ausland, welcher der deutschen Sprache nur eher mittelprächtig mächtig war. Genau genommen gibt es den Mann immer noch, jetzt ist er aber praktikantenlos.

Besagter Mann hatte schon in den 90ern das Prinzip „Geiz ist geil“ mehr als verinnerlicht und gilt auch bis heute als berüchtigter Schnäppchenjäger. Zu damaliger Zeit ging der Mann also los, kaufte einen Drucker und beauftragte seinen Praktikanten damit, das Ding in Gang zu bringen. Daraufhin entspann sich folgender, denkwürdiger Dialog, dem folgende Feststellung des Praktikanten zuvor ging: Es sei ihm leider nicht möglich, den Drucker anzuschließen, weil, bei aller Liebe und allem Suchen, beim besten Willen kein Druckerkabel zu finden sei. Der Mann kannte derlei Probleme schon aus anderen Schnäppchenkäufen und kommentierte: „Ich wusste, die Sache hat einen Pferdefuß.“ Der Praktikant, eifrig bei der Sache, aber unwissend in puncto deutsche Pferdefüße: „Nein, hab‘ ich schon geschaut, is‘ es sich ein solcher Pferdefuß auch nicht dabei.“

Derlei Geschichten sind wirklich amüsant, der werte Leser möge mich nicht falsch verstehen. Oldschool eben. Aber heute einen Drucker zu kaufen, um festzustellen, dass standardmäßig niemals geplant war, dem Gerät ein USB-Kabel beizulegen und – natürlich – lieber nicht draußen, auf der Verpackung, darauf hinzuweisen, ist einfach nur voll daneben.

Ich bin zum Glück aber altmodisch. Und hebe jedes, aber auch wirklich jedes überschüssige USB-Kabel in meiner Kabelkiste auf. Ihr habt mich also nicht drangekriegt, liebe Jungs und Mädels von Canon. Aber meint ihr wirklich, es lohnt sich, ein derartiges Standardkabel nicht beizulegen und sich dafür den Zorn des Kunden zuzuziehen?

Derlei Schwachsinn muss doch aus den Pentium-I-Zeiten nun wirklich nicht ins digitale Zeitalter transferiert werden, oder?

Die Gedankenwelt unserer Frauenministerin

Ich mag die Frau auch nicht, habe aber noch nie so gut darüber gelesen, wieso eigentlich nicht. Aber das ist es! Für unsere (Auch-)Frauenministerin ist Emanzipation wie Kaviar. Gleichheit und das ganze Gedöhns natürlich auch.

Ich sag' immer: Man muss seine Gegner verstehen, um ihnen sinnvoll entgegentreten zu können. Deswegen steht bei mir zum Beispiel auch ein Koran rum, in anerkannter Übersetzung, leider noch ungelesen. Dieser Artikel erklärt ganz hervorragend, warum diese Frauenministerin mehr schadet als nützt. Diese Frau steht Männerbünden nicht im Weg, warum auch, sie hat ja schon eine bemerkenswerte Karriere hingelegt. Es geht also, denkt sie sich, und mehr ist ja nicht nötig.

Das erinnert mich stark an ein Interview mit Guido Westerwelle. Davon blieb nicht viel hängen, nur eine Argumentationskette: Bildung ist für die FDP wichtig, weil Bildung das Einzige ist, dass auf Dauer Aufstieg ermöglicht. Und um das zu untermauern, nahm er sich als Beispiel: Sein Vater war nämlich der erste der Familie, der studiert hatte. Und deswegen, so dachte der kleine Guido, kann er sich in eine Reihe stellen mit Kindern, die keine studierten Eltern haben. Er hat es ja auch geschafft, obwohl erst sein Vater einen Uni- oder FH-Abschluss hat.

Menschen wie er und Frau Schröder kommen schlicht nicht auf die Idee, dass sie das, was sie erreicht haben, nur erreichen konnten, weil sie prviligiert angefangen haben. Und das ist genau das Problem in diesem Land: Wir werden regiert von Leuten, die davon überzeugt sind, dass man mit einer ordentlich Portion Karrieregeilheit einfach alles erreichen kann.

Der Rest ist menschlicher Bodensatz, der einfach zu faul ist, die Chancen zu nutzen, die dieses Land ihm bietet. Die Emanzipation, die Gerechtigkeit, die Chancengleichheit, die Kinderbetreuungsmöglichkeiten, eine Welt, in der Menschen nicht diskriminert werden, weil sie warum auch immer anders sind - all dies liegt auf der Straße, meinen diese Menschen, man müsse es nur aufheben.

Ich behaupte: Diese erstrebenswerten Rechte liegen auf der Straße, nur da, wo keiner sucht, wenn er nicht muss: In der Gosse nämlich. Aber hey: Wer kein Kaviar hat, soll halt Margarine essen.

Freitag, 13. April 2012

Ohne Grundstück wird das nix

Kleinstadtelli ist wirklich manchmal eine Kleinstadtelli, im provinziellsten Sinne. Da geht sie los, die Kleinstadtelli, leiht sich in der Bücherei ein WordPress-Buch aus, die Kleinstadtelli, will dann gleich losfrickeln, das Blog bauen, die Kleinstadtelli - und stellt fest: Erst einmal braucht es den Webspace, dann wird erst gebaut.

Klar, man kauft ja auch erst ein Grundstück, bevor man das Haus drauf setzt. Deswegen befasse ich mich erst einmal nicht mit WordPress, sondern mit der Frage, wo das neue Zuhause eigentlich stehen soll.

Immerhin steht der Domain-Name schon. Da kann man sich prima dran festhalten, während man in Gefilde taucht, von denen man bislang keine Ahnung hatte. Spannend. Ich übersetze mir erst einmal die Webspace-Sprache, ich bin mir sicher, es hilft, wenn ich weiß, wovon die Menschenkinder da überhaupt reden.

Donnerstag, 12. April 2012

Ey, kommt doch mal runter

Der Filmemacher Dietrich Brüggeman berichtet von seinem Kultur-Konsum und findet: Die Hysterie, die sich auf der Pro- und Contra-Seite zum Thema Urheberrecht breit macht, ist nicht eben hilfreich.

Auch wenn ich durchaus ebenfalls manchmal der Hysterie verfalle, weil manches aus dem Contra-Labor meinem Gehirn und Gefühl einfach zu schräg erscheint, sage ich gerne: Recht hat er, der Mann!

Das wäre doch mal ein Anstoß, sich an einen runden Tisch zu setzen, mit Blümchen drauf, in einem hellen, freundlichen Raum, um mal ganz entspannt zu checken, was die Gegenseite eigentlich möchte und warum - und sich dann vorsichtig anzunähern (wie sagt man neudeutsch für entspannt? Chillig? Gechillt? Entchillt wäre ja wohl das Gegenteil ...).

Mittwoch, 11. April 2012

Kleinstadtelli expandiert

Ich kann es kaum fassen: Ich wohne hier länger als in meiner richtigen Wohnung, also die, in der das Netti steht (Kurzform für Netbook, gefällt mir einfach), ach ja, und die, in der sich auch meine Küche, meine Bücher und mein Bett befinden. Seit über sieben Jahren bin ich hier unterwegs. Im real life bin ich in der Zeit vier Mal umgezogen. Und da wird behauptet, das Internet sei kurzlebig.

Aber nach über sieben Jahren ist es wirklich kein Wunder, dass ich das Gefühl habe, es müsste mal etwas Neues her. Also kommt etwas Neues. Etwas, dass hoffentlich von mehr Leuten gelesen wird, als meine Lebensäußerungen hier. Versteht mich nicht falsch, werte Leser: Ich freue mich über jeden, der in meine Kleinstadtwelt stolpert und vielleicht sogar länger bleibt. Ist ja meine Blogheimat, seit über sieben Jahren, da spendiere ich gerne jedem einen virtuellen Kaffee.

Doch das Ziel dieses Blogs, das eh nie klar umrissen war, ist nun, nach besagten sieben Jahren, völlig aus dem Ruder gelaufen. Ich interessiere mich einfach für zu viele Dinge, die nicht unbedingt etwas miteinander zu tun haben. Aber ich liebe dieses Blog, und zwar genau so, wie es ist.

Also expandiert Kleinstadtelli einfach mal. Um, unter anderem Namen, dem Prinzip "Kleinstadtelli" endlich gerecht zu werden. Klingt komisch, ist aber so, um mal in die Kiste der seltsamen Zitate zu greifen.

Ein wenig mehr Klartext gefällig? Na gut, ein wenig mehr Infos kann ich noch liefern. Es liegen viele Aufgaben vor mir. Ein Name muss her für das neue Baby, und wenn ich daran denke, wie lange es gedauert hat, einen Namen für den Knirps zu finden - bestimmt einer der Gründe, warum eine Schwangerschaft mehr als neun Monate dauert -, ist allein das schon ein Kraftakt. Dann braucht es Rubriken, die bestückt werden können. Und dann natürlich: Das Zuhause schaffen. Mit WordPress. Mir wird ganz übel, wenn ich daran denke. Ich meine: Ich kann das Zeuch ja bedienen, kein Thema. Aber nun selbst eine Seite aufsetzen? Ein Blog, der funktioniert und gefällt? Ich bin ganz aufgeregt. Und trotzdem sicher, dass ich den Kampf gegen WordPress gewinne.

Montag, 2. April 2012

Kleinstadtellis wunderbare Welt der Waschnüsse

Die Überschrift übertreibt ein wenig, doch ich konnte der www-Alliteration einfach nicht widerstehen. Genau genommen habe ich mich in einem Artikel damit befasst, was beim Waschen mit Waschnüssen beachtet werden sollte.


Ich wasche schon seit Jahren mit Waschnüssen, wenn ich so in meinem Gedächtnis krame, müssten es etwas sieben Jahre sein.

Allerdings legte ich mit der Geburt des Knirpses eine Zwangspause von etwa drei Jahren ein. Kleine Knirpse verursachen nämlich Flecken, die "einfach so" mit Waschnüssen nicht zu entfernen sind, und ich war einfach zu faul, meine Wäsche nicht nur nach Farbe, sondern auch danach zu sortieren, welches Waschmittel denn nun das richtige sein könnte. In dieser Zeit griff ich auf Frosch-Waschmittel zurück, ökologisch und preislich durchaus zu vertreten und vor allem: Das Zeug verschlägt mir nicht den Atem vor lauter penetrantem Waschmittel-Geruch. Das ist nämlich einer der Nebeneffekte beim Waschen mit Waschnüssen: Man nimmt die geruchliche Chemie-Keule der großen "Weiß-Macher" immer stärker wahr.

Nun aber bin ich zurückgekehrt in den Schoß der Waschnuss-Benutzer, mein noch prall gefüllter Waschnuss-Sack hat die Wartezeit ohne Qualitätsverlust überstanden. Der direkte Vergleich hat ergeben: Waschnüsse machen die Wäsche spürbar weicher als Wäsche, die mit Frosch-Waschmittel und -Weichspüler gewaschen wurde. Auch die Bügelnotwendigkeit bei Blusen und Co. verringert sich.

Da lohnt sich das Sortieren nicht nur nach Farben, sondern auch nach Flecken. Ganz eindeutig.

Kleinstadtellis Welt

von mittelalterlichem Kleinstadtleben, großstädtischen Ausflügen und seltsamen Anwandlungen

Dein Status

Du bist nicht Teil der Kleinstadtwelt.

Für Suchende

 

Stadtgespräch

Tja, was neues ist das...
Tja, was neues ist das leider nicht. Vor allem, was...
Oliver (Gast) - 24. Okt, 15:27
Solche "wichtigen" Meldungen...
... sollen doch nur von den Dingen ablenken, von denen...
DonJuergen - 13. Sep, 18:14
Stimmt. Ich war auch...
Stimmt. Ich war auch ziemlich entgeistert. Habe 'ne...
Trojaner2304 (Gast) - 26. Apr, 09:09
1984
Ich finde das "Ministerium für Liebe" - ebenfalls Orwell...
DonJuergen - 25. Apr, 18:51
Das passt doch sehr gut!
Das passt doch sehr gut!
DantesMuse - 19. Apr, 10:41
Ich kann da als kinderlose...
Ich kann da als kinderlose Frau nicht mitreden. Aber...
Ani72 - 19. Apr, 08:35
In der Heute Show wurde...
In der Heute Show wurde ein schöner Plakat - Schnappschuss...
Ani72 - 18. Apr, 22:35
Schön, wenn's so wäre....
Schön, wenn's so wäre. Ich Niedersächsin habe aber...
DantesMuse - 18. Apr, 21:12