Dienstag, 20. März 2012

Liebesbriefe der GEZ oder: Warum man auf Briefe der GEZ (nicht immer) antworten muss

Die GEZ hat wieder geschrieben - so schnell vergeht ein Jahr. Wieder einmal werde ich gefragt, ob ich einen Fernseher habe. Eine Reaktion

Alle Jahre wieder gibt die GEZ Geld dafür aus, merkwürdige Briefe voller leerer Drohungen zu verfassen, die genau genommen nicht einmal Drohungen sind, aber so klingen sollen. Diese schickt sie dann an Leute wie mich, die keinen Fernseher haben. Die Verantwortlichen können sich einfach nicht vorstellen, dass es wirklich Leute gibt, die keinen Fernseher haben. Vielleicht wollen sie aber auch auf den Portokassen-Etat nicht verzichten und sind einfach nicht kreativ genug, Briefe zu entwerfen, in denen sie mal nett aufschreiben, warum die Gebühren für Rundfunk - und Fernsehen, so man denn einen hat - wirklich gar nicht schlecht sind.

Stattdessen also Briefe, die mich jedes Mal an die Briefe von Abmahnanwälten oder an die der richtig fiesen Inkassounternehmen erinnern.

Alle Jahre wieder möchte ich das mich alljährlich erreichende Machwerk hier mal zitieren, und da ich nächstes Jahr wohl kaum noch so einen Brief bekommen werde, weil ja die Haushaltsabgabe kommt, nutze ich jetzt die letzte Chance, eine solche Blüte der schlechten Kommunikation hier darzustellen:

Sehr geehrte Kleinstadtelli,

auf unsere Schreiben vom ... und vom ... haben Sie nicht reagiert. Wir wissen daher immer noch nicht, ob Sie über ein Fernsehgerät verfügen.

Sie sind gesetzlich verpflichtet, bereitgehaltene Rundfunkgeräte bei der GEZ anzumelden. Andernfalls begehen Sie eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld bis 1.000 EUR geahndet werden kann. Zusätzlich kann es zu erheblichen Nachforderungen kommen.

Bitte senden Sie uns den ausgefüllten und unterschriebenen Antwortbogen bis zum 01.03.2012 zurück.

Sollten Sie zwischenzeitlich geantwortet haben, betrachten Sie dieses Schreiben als gegenstandslos.

Mit freundlichen Grüßen
Gebühreneinzugszentrale


Wie auf solche GEZ-Briefe reagieren?

Die Antwort lautet: Ignorieren. Zwar stimmt der erste Satz noch, ich habe auf die ersten zwei Aufforderungen tatsächlich nicht reagiert. Der zweite Satz hingegen ist einfach falsch. Natürlich weiß die GEZ, dass ich keinen Fernseher habe, sonst hätte ich die Flimmerkiste nämlich angemeldet. Das ist nämlich meine Aufgabe, wie mir die GEZ im nächsten Absatz ja auch ganz eindrucksvoll unter die Nase reibt.

Und weil das so ist, muss ich darauf nicht antworten, auch wenn die Formulierungen, die Fettschrift und die Fristsetzung genau das suggerieren wollen. Auch der letzte Satz will diesem Schreiben den Anstrich einer Mahnung geben, schließlich steht so etwas meist unter Mahnungen, bezieht sich dann aber auf die Zahlung, die bislang nicht eingegangen ist.

Doch man merke auf: Trotz aller rhetorischen Tricks, aller Fristsetzungen und Drohgebärden wird keine Sanktion angedroht. Kein Besuch von starken, bedrohlich wirkenden Männern wird angekündigt, keine Strafgebühr angedroht.

Und deswegen. liebe GEZ, bekommst Du auch in diesem Jahr keine Post von mir.

Mittwoch, 14. März 2012

Warum auch ich daran Schuld bin, dass ganze Urheberrechts-Verfolgungsgesellschaften in die Grütze gehen werden

Bislang nannte ich die Truppe, die ihre Kunden seit Jahren konsequent als Verbrecher sieht, ganz fantasielos Verwertungs-Mafia. Fefe nennt sie anlässlich ihres letzten Coups Urheberrechts-Verfolgungsgesellschaften, das gefällt mir viel besser. Der Coup an sich allerdings gefällt mir ganz und gar nicht.

In Belgien nämlich kam so eine Truppe auf die Idee, öffentliche Bibliotheken ein wenig schröpfen zu wollen. Die sollen nun zahlen, wenn in diesen - zugegeben öffentlichen - Räumen Kindern vorgelesen wird. Nein, stopp, das würden sie natürlich niemals tun, das wäre ja auch schrecklich empörend. Ich muss mich wirklich entschuldigen, ich scheine doch immer noch im Modus „Verbrecher“ zu sein, nicht in dem Modus „auf Knien dankender Kunde“.

Deswegen ist hier eine Klarstellung nötig: Die Büchereien sollen nur dann zahlen, wenn sie eine Veranstaltung organisieren, bei der Kindern vorgelesen wird. Das ist ja nun wirklich etwas ganz Anderes! Die Truppe, pardon, die Urheberrechts-Verfolgungsgesellschaft namens Sabam, muss ja nun auch sehen, wo sie bleibt. Und wo kommen wir denn hin, wenn es in öffentlichen Büchereien Veranstaltungen gibt, die Kinder an Bücher heranführen? Jedenfalls dann, wenn die Urheberrechts-Verfolgungsgesellschaften davon nichts haben?

Man muss sich diese Events ja auch mal genauer anschauen: In meiner Kleinstadt etwa gibt es allwöchentlich eine Veranstaltung, die sich Bilderbuch-Kino nennt. Das muss man sich mal vorstellen! Bei diesem Bilderbuch-Kino wird den Kindern nämlich nicht nur vorgelesen, nein, nein, die Bilder aus den Bilderbüchern werden außerdem noch als Dia an die Wand projiziert. Wenn das mal nicht schon verdächtig nach kino.to klingt!

Das kann so eine Urheberrechts-Verfolgungsgesellschaft schon an den Bettelstab bringen – auch wenn die Veranstaltungen kostenlos sind und hauptsächlich von Kindergartengruppen besucht werden, auch wenn die Dame, die das veranstaltet, wohl kaum mit dieser Tätigkeit auch nur ihren Urlaub auf Sylt finanzieren kann, schon gar nicht so standesgemäß, wie es etwa für niedersächsische Ministerpräsidenten üblich zu sein scheint, jedenfalls, wenn ihr Nachname an das Bellen eines Hundes erinnert.

Nein, ich muss die werten Leser darum bitten, den Einwand hinter dem Gedankenstrich aus dem Protokoll zu streichen, das tut hier wirklich nichts zur Sache. Die Lage ist ernst! Sabam scheint weder ein noch aus zu wissen, wenn der Laden diesen Hilfeschrei ausstoßen muss. Da reicht eine Dose Mitleid einfach nicht aus.

Mich tät’s auch nicht wundern, angesichts der bedrohlichen Lage, wenn diese Forderung noch ausgeweitet wird, dahingehend nämlich, dass das Vorlesen für Kinder in Büchereien generell eine Stange Geld geben muss. Natürlich, weiter oben klang das noch absurd, aber man muss doch wirklich auch die Fakten bedenken!

Ich habe da noch ein Beispiel aus meiner Kleinstadtbücherei, eines, in dem mein Knirps aus urheberrechts-verfolgungsgesellschaftlicher Gesicht eine sehr unrühmliche Rolle spielt, ach nee, ich, als Mutter, natürlich. Denn dieser Knirps hat doch tatsächlich vor kurzem erst zwei viel größeren Kindern aus einem Buch vorgelesen – so lautstark, dass da mindestens die halbe Bücherei etwas von hatte (nun ja, die ist halt nicht so groß, Kleinstadt eben). Der Einwand, dass der Knirps noch gar nicht lesen kann, kann hier nicht gelten: Schließlich hat er sich ja die Bilder angeschaut und daraus eine Geschichte gezimmert. Die konnte man zwar auch nicht ganz verstehen, weil dem Knirps so manches Mal noch die Worte fehlen und er dann irgendetwas vor sich hinnuschelt, aber dafür ist er wirklich Meister im ganz laut nuscheln. Zu seiner Zeit wird das wahrscheinlich die neue Disziplin im Heavy-Metal-Bereich, Extreme-Nuschling, dann wird er berühmt, verdient ganz viel Geld, aber die arme Urheberrechts-Verfolgungsgesellschaft, tja, die ist bis dahin längst in die Grütze gegangen, und selbst wenn nicht, hat sie von des Knirpsens Erfolg ja nun auch nichts.

Und dann die zwei Kids, die des Knirpsens Publikum waren: Die haben bestimmt auch nur deswegen geguckt wie eine Kuh, wenn’s donnert, weil ich kriminelle Rabenmutter nicht gleich frohlockend gerufen habe: „Na, jetzt muss ich aber mal schauen, welcher Urheberrechts-Verfolgungsgesellschaft ich da gleich mal einen ordentlichen Batzen Geld überweise!“

Ich sollte mich wirklich was schämen!

Montag, 12. März 2012

Politik auf die Ohren

Folge 22 des Alternativlos-Podcasts dreht sich um Politik, Korruption und PR-Gedresche. Die Weltbank kommt natürlich auch nicht so gut weg. Die etwas über anderthalb Stunden sind mal wieder äußerst kurzweilig und wahnsinnig informativ. Woher die Jungs das bloß immer alles wissen?

Dienstag, 6. März 2012

Mein ganz persönlicher Fatal Error

Ich verstehe es einfach nicht. Ich verstehe nicht, warum Verlage nun Geld dafür bekommen sollen, dass irgendjemand dafür sorgt, dass potenzielle Leser die tollen Nachrichten, die diese Verlage anbieten, ratz-fatz finden können und dann genauso ratz-fatz auf der Seite eben dieser Verlage landen, damit dann Traffic generieren, den Artikel auch noch lesen und nebenbei die Werbung sehen können, die naturgemäß auch auf der Seite ist, womöglich sogar draufklicken. Ich verstehe es einfach nicht. Nicht einmal aufregen darüber kann ich mich, so wenig verstehe ich das. Da ist einfach ein blauer Bildschirm in meinem Kopf – fatal error.

Ich meine: Wieso bekomme ich denn dann nicht Geld dafür, dass ich Gemüse auf dem Wochenmarkt kaufe? Eine hirnrissige Frage, ich weiß, aber hirnrissig, so scheint es mir, ist die Frage nur deswegen, weil ich keine große Lobby hinter mir habe, die dann auch noch in der Lage ist, ganz einfache Sachverhalte ganz einfach in ihr Gegenteil zu verwandeln.

Da ist es dann wirklich erfrischend, mal den Freitag zu lesen. Es kann alles gut werden. Das Verquere, dieser Fatal Error, kann tatsächlich durch den freien Markt gelöst werden, in diesem Fall. Die Smith'sche "Unsichtbare Hand" des freien Marktes, mit der er die göttliche Hand meinte, gibt es also wirklich. Und ich kann vielleicht dabei sein, wenn sie dieses eine Mal funktioniert!

Update: Fefe ist auch sprachlos.

Mittwoch, 29. Februar 2012

Dann bewerben Sie sich bitte woanders

Die Kanzlei Oberthür und Partner sucht Anwälte, die nicht bereit sind, auf Freunde, Familie und Freizeit zu verzichten und auch sonst dem Adjektiv "karrieregeil" so gar nicht zuzuordnen sind. Falls doch: Siehe Titel. Toll!

Die Bewerbungen zu der Stellenanzeige würde ich mir wirklich gerne mal anschauen - da sind bestimmt ein paar ausgefallenere dabei.

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Tja, was neues ist das...
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Oliver (Gast) - 24. Okt, 15:27
Solche "wichtigen" Meldungen...
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DonJuergen - 13. Sep, 18:14
Stimmt. Ich war auch...
Stimmt. Ich war auch ziemlich entgeistert. Habe 'ne...
Trojaner2304 (Gast) - 26. Apr, 09:09
1984
Ich finde das "Ministerium für Liebe" - ebenfalls Orwell...
DonJuergen - 25. Apr, 18:51
Das passt doch sehr gut!
Das passt doch sehr gut!
DantesMuse - 19. Apr, 10:41
Ich kann da als kinderlose...
Ich kann da als kinderlose Frau nicht mitreden. Aber...
Ani72 - 19. Apr, 08:35
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Ani72 - 18. Apr, 22:35
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Schön, wenn's so wäre. Ich Niedersächsin habe aber...
DantesMuse - 18. Apr, 21:12