Mittwoch, 11. April 2012

Kleinstadtelli expandiert

Ich kann es kaum fassen: Ich wohne hier länger als in meiner richtigen Wohnung, also die, in der das Netti steht (Kurzform für Netbook, gefällt mir einfach), ach ja, und die, in der sich auch meine Küche, meine Bücher und mein Bett befinden. Seit über sieben Jahren bin ich hier unterwegs. Im real life bin ich in der Zeit vier Mal umgezogen. Und da wird behauptet, das Internet sei kurzlebig.

Aber nach über sieben Jahren ist es wirklich kein Wunder, dass ich das Gefühl habe, es müsste mal etwas Neues her. Also kommt etwas Neues. Etwas, dass hoffentlich von mehr Leuten gelesen wird, als meine Lebensäußerungen hier. Versteht mich nicht falsch, werte Leser: Ich freue mich über jeden, der in meine Kleinstadtwelt stolpert und vielleicht sogar länger bleibt. Ist ja meine Blogheimat, seit über sieben Jahren, da spendiere ich gerne jedem einen virtuellen Kaffee.

Doch das Ziel dieses Blogs, das eh nie klar umrissen war, ist nun, nach besagten sieben Jahren, völlig aus dem Ruder gelaufen. Ich interessiere mich einfach für zu viele Dinge, die nicht unbedingt etwas miteinander zu tun haben. Aber ich liebe dieses Blog, und zwar genau so, wie es ist.

Also expandiert Kleinstadtelli einfach mal. Um, unter anderem Namen, dem Prinzip "Kleinstadtelli" endlich gerecht zu werden. Klingt komisch, ist aber so, um mal in die Kiste der seltsamen Zitate zu greifen.

Ein wenig mehr Klartext gefällig? Na gut, ein wenig mehr Infos kann ich noch liefern. Es liegen viele Aufgaben vor mir. Ein Name muss her für das neue Baby, und wenn ich daran denke, wie lange es gedauert hat, einen Namen für den Knirps zu finden - bestimmt einer der Gründe, warum eine Schwangerschaft mehr als neun Monate dauert -, ist allein das schon ein Kraftakt. Dann braucht es Rubriken, die bestückt werden können. Und dann natürlich: Das Zuhause schaffen. Mit WordPress. Mir wird ganz übel, wenn ich daran denke. Ich meine: Ich kann das Zeuch ja bedienen, kein Thema. Aber nun selbst eine Seite aufsetzen? Ein Blog, der funktioniert und gefällt? Ich bin ganz aufgeregt. Und trotzdem sicher, dass ich den Kampf gegen WordPress gewinne.

Montag, 2. April 2012

Kleinstadtellis wunderbare Welt der Waschnüsse

Die Überschrift übertreibt ein wenig, doch ich konnte der www-Alliteration einfach nicht widerstehen. Genau genommen habe ich mich in einem Artikel damit befasst, was beim Waschen mit Waschnüssen beachtet werden sollte.


Ich wasche schon seit Jahren mit Waschnüssen, wenn ich so in meinem Gedächtnis krame, müssten es etwas sieben Jahre sein.

Allerdings legte ich mit der Geburt des Knirpses eine Zwangspause von etwa drei Jahren ein. Kleine Knirpse verursachen nämlich Flecken, die "einfach so" mit Waschnüssen nicht zu entfernen sind, und ich war einfach zu faul, meine Wäsche nicht nur nach Farbe, sondern auch danach zu sortieren, welches Waschmittel denn nun das richtige sein könnte. In dieser Zeit griff ich auf Frosch-Waschmittel zurück, ökologisch und preislich durchaus zu vertreten und vor allem: Das Zeug verschlägt mir nicht den Atem vor lauter penetrantem Waschmittel-Geruch. Das ist nämlich einer der Nebeneffekte beim Waschen mit Waschnüssen: Man nimmt die geruchliche Chemie-Keule der großen "Weiß-Macher" immer stärker wahr.

Nun aber bin ich zurückgekehrt in den Schoß der Waschnuss-Benutzer, mein noch prall gefüllter Waschnuss-Sack hat die Wartezeit ohne Qualitätsverlust überstanden. Der direkte Vergleich hat ergeben: Waschnüsse machen die Wäsche spürbar weicher als Wäsche, die mit Frosch-Waschmittel und -Weichspüler gewaschen wurde. Auch die Bügelnotwendigkeit bei Blusen und Co. verringert sich.

Da lohnt sich das Sortieren nicht nur nach Farben, sondern auch nach Flecken. Ganz eindeutig.

Sonntag, 1. April 2012

Kleinstadt-Content

Das Boschblog wirft einen morbiden Blick auf die Kleinstadt Itzehoe. Seltsam. Als ich vor Jahren da war, hielt ich Itzehoe für wesentlich interessanter als meine Lieblingskleinstadt.

Das war wohl doch ausschließlich der guten Gesellschaft und der schönen Zeit zuzuschreiben. Dennoch: Morbide Kleinstädte haben ihren Charme. Man muss ihn nur finden - mit einer ordentlichen Portion Vorstellungskraft ist das gar kein Problem.

Freitag, 30. März 2012

Wenn es nicht so traurig wär' ... - ich lach' mal trotzdem

Und schon wieder hat da jemand nichts verstanden. Dieses Mal 51 Tatort-Autoren. Wir, also, unter anderem die Netzgemeinde, sind alles kleine Demagogen, die irgendwelche Dinge "hochjazzen" können. Meinen die 51 Menschenkinder jedenfalls. Ich für meinen Teil mag überhaupt kein Jazz, aber das ist für Tatort-Autoren sicher nur nebensächlich, die haben ja meist einen Mord zu beschreiben, und das ist ja eher unjazzig, nehme ich an.

Ich finde ja, sie hätten dabei bleiben sollen, sich Krimis auszudenken, dass hätte mir Zeit gespart, die ich damit verbracht habe, mich aufzuregen, und Ihnen die Zeit gespart, werter Leser, sich hierzu meine Ergüsse durchzulesen. Heute mache ich das aber mal etwas anders. Ich bleibe ganz ruhig, rege mich nicht auf, verteidige mich nicht, stelle nicht klar, kläre nicht auf. Es hat doch sowieso keinen Sinn.

Da lache ich doch lieber. Der Text ist genau betrachtet nämlich ziemlich amüsant. Witzig ist zum Beispiel die Annahme, dass die 600.000 erwähnten Abmahnungen tatsächlich in bares Geld umzumünzen wären, das nicht der - ja, die gibt's - Abmahnindustrie zu Gute käme. Also konkret die Annahme, dass die User, die da wild durch die Gegend tauschbörsen, dat Zeuch, mit dem sie ihren Rechner volldonnern, auch wirklich kaufen würden.

Ich habe mal so Filme gesehen, die man über die Tauschbörsen kriegen kann. (Nein, ich habe mir die nicht aus Tauschbörsen gezogen. Ich habe die auch nicht zu Hause. Ich wollte die auch nie haben. Muss man ja sagen, heutzutage!) Also, die Filme aus Tauschbörsen. Da gibt’s Dinger! Im Kino mit Handy aufgenommen, alles klar? Was für ein Filmvergnügen! Man kommt gar nicht mehr dazu, sich über dämliche Filme aufzuregen, man bleibt an der Aufnahmequalität hängen.

Was ich sagen will: Leute, die sich so eine Schrottqualität reinziehen, besorgen sich die Filme, weil sie es können. Nicht, weil sie die Filme gut finden, nicht, weil sie auf diese Weise Geld sparen können, weil sie ansonsten die DVD gekauft hätten oder - Gott bewahre! - gar ins Kino gegangen wären. Sie tun es einfach nur deswegen, weil es geht, mehr monetärer Zauber ist da gar nicht dran!

Das Dumme an der Sache ist, dass die Urheberrechts-Verfolgungsgesellschaften tatsächlich glauben, sie könnten mit ihrem Mist wirklich Geld machen. Ging ja früher auch. Dass früher allerdings so ein Film auf Video wirklich erst Ewigkeiten später zu haben war, und dann noch mal viele Ewigkeiten später erst im Fernsehen kam , ist so eine von diesen Tatsachen, die lieber vergessen werden. Es gibt ja schließlich Tauschbörsen und man darf ja nicht vergessen, dass alle Konsumenten eigentlich immer Verbrecher sind. Sind sie es nicht, sind sie mit Sicherheit nur zu dämlich, um Tauschbörsen zu benutzen.

Witzig ist auch, dass es Gründe dafür gibt, warum das mit den Musikverkäufen auch nicht mehr so richtig funktioniert. Da jagt ein Retorten-Star den nächsten (vielleicht auch denselben, die sehen alle so gleich aus ...) und selbst gute Musiker müssen auch ihren letzten Schrott raushauen, um Verträge zu erfüllen, in denen zu stehen scheint: Bringt CDs raus. Egal wie. Hauptsache, wir können diese lustigen Scheiben verkaufen, was drauf ist, interessiert doch eh kein Schwein. Die Leute kaufen die Dinger sowieso nur, um ihre Wände zu dekorieren. Ach, liebe Urheberrechts-Verfolgungsgesellschaften: Das steht nicht in den Verträgen? Oh. Ist mir gar nicht aufgefallen.

Und dann dieses kon-se-quen-te Kundenbashing. Seit vielen Jahren schon. Ich rege mich gar nicht mehr auf, wenn ich mir eine gekaufte oder legal geliehene (muss man ja dazu schreiben, heutzutage!), also eine mit Leihgebühr bewehrte DVD ins Laufwerk schiebe und erst Mal gefühlte Stunden völlig doofe Werbefilmchen anschauen darf, die mir klar machen sollen, dass Filme aus Tauschbörsen ziehen illegal ist, Diebstahl nämlich, dass ich dafür in den Knast wandern kann, und die Kinder mir dann vor dem Knastfenster zum Geburtstag gratulieren müssen, weil ich ja wahrscheinlich fünf Jahre in härtester Einzelhaft sitze, ich habe ja Filme illegal besorgt. Jawoll! Höchststrafe! Das sind ja eigentlich auch Raubkopien und Raubkopien haben zwar juristisch gar nichts mit Raub zu tun, für einen Raub muss man nämlich Menschen körperlich bedrohen, aber das ist ja egal, juristische Einzelheiten, die sowieso keiner versteht und die völlig überbewertet werden. Also Höchststrafe! Für mich auch? Aber natürlich! Da liegt jetzt zwar eine legale DVD im Laufwerk, aber es ist ja schon komisch, dass die überhaupt funktioniert, bei dem ganzen Kopierschutz-Gedöhns, der dafür sorgen soll, dass man diese blöde Scheibe nicht kopieren kann.

Es ist ja teilweise einfacher, eine Konservendose ohne Dosenöffner aufzubekommen, als sich eine legal gekaufte DVD anzugucken. Jedenfalls dann, wenn man das am Rechner machen will. Wenn ich die dämliche Konservendose aufbekommen habe, werde ich wenigstens satt, beim vergeblichen Versuch, einen gemütlichen Filmabend zu gestalten, bin ich’s dann vorher schon, ganz ohne Film.
Menschen, die ihre DVDs in irgendwelche Laufwerke schieben, sind nämlich generell böse, deswegen muss man da sehr aufpassen als Urheberrechts-Verfolgungsgesellschaft. Da liegt in den Genen oder so, vielleicht auch am Alter oder an der mangelnden Bildung, da muss der geneigte Leser die Urheberrechts-Verfolgungsgesellschaften fragen, die kennen sich da besser aus.

Das Perfide an der Sache ist: Man kann sich aufregen. Verteidigen. Man kann lamentieren, erklären und sogar mitteilen, dass man ja selbst mitunter Urheber ist. Es hilft einfach nichts. Ein Konsum-Boykott? Wozu, die Zahlen sind doch eh im Keller. Außerdem ist ja wohl klar, dass jeder, der nicht monatlich je 20 DVDs und CDs kauft, mindestens diese Inhaltsmenge aus Tauschbörsen zieht. Wer keine Tauschbörse nutzt, ist, wie schon festgestellt, einfach nur zu blöd, kennt aber sicher jemanden, der für ihn die schmutzige Arbeit erledigt, würde aber, würde es Tauschbörsen nicht geben, ganz sicher monatlich je 20 DVDs und CDs kaufen. War früher zwar auch nicht so, aber da hatten wir ja noch einen Kaiser.

Und es ist wirklich eine Frechheit: Die armen Urheberrechts-Verfolgungsgesellschaften versuchen ihre Haut zu retten, versuchen, die paar Kunden, die – ausnahmsweise, wir sind nämlich alle Verbrecher – wirklich mal so eine Original-DVD in den Händen halten, davon abzubringen, wieder zu den Tauschbörsen abzuwandern oder sogar davon, machen wir nämlich auch alle und ständig, den Inhalt erst Mal tauschbörsentauglich zu machen, reinzustellen und reich und berühmt zu werden. Und ich? Ich rege mich über diese wichtige Präventionsarbeit auf, die mir regelmäßig deutlich macht, dass mein eines Bein gar nicht mehr rauskommt aus dem Knast, so tauschbörsenfetischistisch, wie ich bin. Bin ich nämlich. Auch wenn ich gar nicht unterwegs bin in Tauschbörsen. Sind „wir Netzgemeinde“ nämlich alle. Liegt in den Genen. Oder – siehe oben.

via.

Freitag, 23. März 2012

Epochal-exzellente Mittelalter-Erklärbären auf YouTube gesichtet

„Das Mittelalter“ hat sich längst auch schon bei YouTube breitgemacht. Und das ist auch gut so, denn sonst müsste die Welt auf die herrlichen Clips von Keines Weibes Knecht verzichten. Mit authentischem Anspruch, aber ganz ohne belehrenden Zeigefinger (Sie wissen schon: Den mit dem mächtig-großen A), lernt man da in drei Minuten, wie man Feuer macht – oder in sieben Minuten, wie Zunder hergestellt wird oder … nun, werte Leser, schauen Sie doch bitte selbst nach. Die Herren tät’s freuen.

Ich mache das jedenfalls ständig – so gespannt, wie ich schon bin auf die angekündigte sechste Folge.

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DonJuergen - 13. Sep, 18:14
Stimmt. Ich war auch...
Stimmt. Ich war auch ziemlich entgeistert. Habe 'ne...
Trojaner2304 (Gast) - 26. Apr, 09:09
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DonJuergen - 25. Apr, 18:51
Das passt doch sehr gut!
Das passt doch sehr gut!
DantesMuse - 19. Apr, 10:41
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Ich kann da als kinderlose Frau nicht mitreden. Aber...
Ani72 - 19. Apr, 08:35
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Ani72 - 18. Apr, 22:35
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DantesMuse - 18. Apr, 21:12