Donnerstag, 21. Juli 2011

Nachahmenswert I

Hesting kochte - so lecker, dass ich nachkochte. Auf der Speisekarte stand:


Spinat-Bohnen-Risotto mit Tomaten



Ich kann nur sagen: Lecker! Allerdings habe ich, wie es meine Art ist, das Rezept den Vorräten meiner Küche und meinem Appetit angepasst.

Appetit rief lautstark nach Bulgur, so gab's kein Risotto, sondern ein Spinat-Bohnen-Bulgur mit Tomaten.

Auf den Wein habe ich verzichtet, zum Ausgleich war die Gemüsebrühe mit einer selbstgemachten Gemüsebrühenpaste aus Suppengemüse, Knoblauch, Salz und Öl gemacht.

Gewürzt habe ich das Ganze mit Koriander, leider nur getrocknet, und einer ebenfalls selbstgemachten Reisgewürzmischung, die allerdings fast noch besser zu Bulgur als zu Reis passt, der Name muss wohl geändert werden - deswegen musste die da einfach mit rein. Darin findet sich allerlei Pfeffer, Piment, Curry, Curcuma und weiteres Orientalisches aus meinem sehr üppigen Gewürzvorrat.

Super Idee, fix gemacht, kommt so oder in unzähligen Varianten sicher öfter auf den Tisch.

Mittwoch, 13. Juli 2011

Peter Gabriel, Steam, Facebook und ich

Seit Kurzem erst bin ich bei Facebook aktiv unterwegs, aus Nicht-Facebook-Gründen, behaupte ich. Aber dann kam der W., sandte mir eine Facebook-Anfrage, und nachdem ich mich wochenlang so gar nicht mit dieser Problematik auseinandersetzte, stieg ich ein - und schon war ich dabei, auch aktiv.

Die Plattform an sich hat viele Schwächen, die an vielen Orten des Netzes und auch offline schon so gut durchdekliniert worden sind, dass meine 50 Cent dazu nur als Internetmüll zu definieren wären.

Der Anlass dieses Blogeintrags ist dieses Video:

Petr Gabriel - Steam

Ich muss aus unerfreulichen Gründen heute eine Nachtschicht einlegen, was naturgemäß zu Ablenkungen führen kann, aber auch sollte, will ich nicht meinen armen alten Rechner oder irgendwelche Belege vom Balkon werfen.

So ließ ich mich durch meine ITunes-Playlist führen, begleitet von Mr. Random. Was dann als teilungswürdig erachtet - und auch bei YouTube gefunden - wurde, habe ich meinem bescheidenen Freundeskreis dann um die Ohren geschmettert, mit einem kleinen Kommentar.

Der Kommentar zu diesem Video allerdings überstieg die Zeichen, die bei Facebook für solche Zwecke erlaubt sind, um mehr als das Doppelte, so dass es hier nun eine Premiere gibt: Der, weiter oben vorgestellte Link zu einem Youtube-Video, dass ich niemals angeschaut hätte, gäbe es Facebook nicht.

Ich liebe Peter Gabriels Musik sehr, gerade auch das Album, dem Steam entstammt. Kurioserweise.

Denn genau dieses Video und das Video zu Digging the Grave - gleiches Album, gleiche Zeit - haben mich zum ersten Mal so richtig bewusst mit Peter Gabriel bekannt gemacht, mich, die ich zu diesem Zeitpunkt 13 Lenze zählte.

Peter Gabriel mochte ich daraufhin viele Jahre so überhaupt gar nicht. Zum Glück schaffte es H. vor zwei Jahren, mir den Mann dann doch wieder näher zu bringen - und siehe da: Peter Gabriel ist ja so was von gut.

Mit 13, zumindest mit meinen 13, war der Tobak offenbar zu stark. Ich habe völlig vergessen, richtiger: gar nicht erst gewusst, wie gut das Video ist. Meine Erinnerung beschränkte sich auf die Limousinen-Anfangsszene, die ich dafür viel schmieriger und falsch verstanden abgespeichert hatte. Sieh an, sieh an.

Die Werther-und-Shakespeare-nicht-zu-früh-Menschen-zumuten-Theorie kann also auch ... na ja ... Pop-Musik betrefen.

Freitag, 8. Juli 2011

Mit Zollfahndungsämtern ist nicht zu spaßen

Luxusschlitten locken Langfinger. Zum Beispiel so'n Bugatti. So ein Langfinger sollte sich allerdings gut überlegen, wo er sich seinen Bugatti besorgt - und wohin er damit fährt. Die Kanzlei Hoenig berichtet von einem Osteuropäer, der in der Schweiz einen Bugatti stibitzte und in Deutschland geblitzt wurde - noch keine große Sache, schließlich ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand, der so'n Bugatti so unwiderstehlich findet, dass er ihn klaut, dann auch entsprechend auf die Tube drückt, relativ hoch.

Aber jetzt kommt's: Wir wissen ja, Deutschland braucht Geld. Und für findige Beamte liegt das Geld nahezu auf der Straße. Das Zollfahndungsamt München bückte sich nur kurz und verlangt nun vom armen Sünder 10 Prozent Zoll sowie 19 Prozent Einfahrumsatzsteuer - auf den Wert des Wagens, den das Zollfahndungsamt auf 1,2 Millionen schätzt. Das bringt dem Amt schlappe 348.000,00 Euro, vorausgesetzt, das Amt kann dem armen Kerl die Kohle jemals aus den Rippen schneiden. Nicht, dass der geneigte Leser mich falsch versteht: Ich finde es nicht in Ordnung, wem auch immer was auch immer zu stehlen. Und Luxusschlitten sind mir ob ihrer Umweltbilanz sowieso äußerst suspekt. Aber dass ein Diebstahl neben der Strafe und dem vielleicht zu ersetzenden Schaden noch zu Schulden in Höhe von 348.000,00 Euro führt, lässt bei mir in der Tat Mitleid für den Dieb aufkommen.

Da sieht man‹s wieder: Diebstahl lohnt sich nicht, erst Recht nicht über Landesgrenzen hinweg.

Keksweisheiten

Kekse gehören in die Keksdose, sonst können sie Verräter werden.

Samstag, 2. Juli 2011

Virtuelle (Hör-)Buchwidmung XXVI.

Julia
Anne Fortier

Romeo und Julia gab es wirklich, aber ein bisschen anders, dafür liegt ein Fluch auf ihrer beider Familien, der in der Gegenwart in Siena nach viel Tam-Tam seine Erlösung findet. Ach herrje. Nein, so schlimm wie es klingt, ist der Schmöker gar nicht, und hätte ich zwischendurch etwas zu dem Buch gesagt, wäre meine Meinung besser ausgefallen. Am Ende wird‘s aber wirklich zu dramatisch, der ganze Kram muss ja irgendwie aufgelöst werden. Der Wiederlesefaktor liegt bei null. Definitiv.

Dennoch: Zeitverschwendung war es nicht.

Montag, 20. Juni 2011

Virtuelle Buchwidmung XXV.

Corpus Delicti
Juli Zeh

Der stärkste Satz des Buches: "Das Leben ist ein Angebot, das man auch ablehnen kann."

Die Geschichte kommt etwas schwach daher, bedenkt man, welche gruselige Dystopievorstellung dahinter steht. Dystopien dieser Größenordnung sind einfach schwer umzusetzen. Ich denke, der Schreiber muss sich selbst ganz in jene neue Welt eindenken, die er entwirft, ohne Blick zurück, auf das Heute, er muss selbst, zumindest zeitweise, in dem Horror gefangen sein, den er entwirft, in dem Horror dort, in der Zukunft.

Das, so scheint's, ist Juli Zeh nicht gelungen. Denn ich als Leser blieb aber das ganze Buch über im Heute verhaftet, sei es bei der Folter, die mit Stromstößen und dem sekundenschnellen Wechsel zwischen Licht und Dunkelheit stark an das erinnern, was auch heute im Namen der freiheitlichen Demokratie passiert, seien es die Medien, die in der Person des Herrn Kramer in der Lage sind, in Strafprozesse einzugreifen, und die den gesellschaftlichen Konsens, in dem Buch die METHODE, kritiklos verteidigen.

Juli Zeh schreibt handwerklich gut, insofern war das Buch ein netter Zeitvertreib, mehr aber leider nicht.

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Tja, was neues ist das...
Tja, was neues ist das leider nicht. Vor allem, was...
Oliver (Gast) - 24. Okt, 15:27
Solche "wichtigen" Meldungen...
... sollen doch nur von den Dingen ablenken, von denen...
DonJuergen - 13. Sep, 18:14
Stimmt. Ich war auch...
Stimmt. Ich war auch ziemlich entgeistert. Habe 'ne...
Trojaner2304 (Gast) - 26. Apr, 09:09
1984
Ich finde das "Ministerium für Liebe" - ebenfalls Orwell...
DonJuergen - 25. Apr, 18:51
Das passt doch sehr gut!
Das passt doch sehr gut!
DantesMuse - 19. Apr, 10:41
Ich kann da als kinderlose...
Ich kann da als kinderlose Frau nicht mitreden. Aber...
Ani72 - 19. Apr, 08:35
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Ani72 - 18. Apr, 22:35
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Schön, wenn's so wäre. Ich Niedersächsin habe aber...
DantesMuse - 18. Apr, 21:12