Donnerstag, 8. März 2007

Ein Buch mit sieben Siegeln

Heutzutage sind die Menschen ja sehr skeptisch, was das Internet angeht. Zumindest dann, wenn es Menschen sind, die sich nicht auskennen mit eben jenem Internet. Wenn solche Menschen sich dann doch ans Netz wagen, wird das Erklären ziemlich anstrengend, weil sie sich schon unbewusst wesentlich blöder anstellen, als sie eigentlich sind und zielsicher die weltdümmsten Fragen stellen. Das Wort "Internet" kann man übrigens getrost durch andere Worte ersetzen, wie "Computer", "neues Programm X", "Handy" - ganz nach Bedarf.

Dieses Verhalten ist nicht böse gemeint, lieber Leser, und keiner dieser Menschen hat vor, die Erklärer zur Weißglut zu treiben – es liegt einfach in den Genen. Dass zumindest liegt dieses Video nahe.

Der arme Ansgar, tragischer Held dieser Dokumentation, war nämlich schon im Mittelalter genau so ein skeptischer Wie-geht-denn-das-o-gott-o-gott-ich-mach-doch-was-kaputt-und-ich-
kann-das-gar-nicht-Typ, wie wir es heute mit den oben beschriebenen Zeitgenossen erleben. Damals freilich hieß das Problem nicht Internet, sondern – Buch.

Aufgegabelt bei Lunula - und dank ihr herzlich gelacht.

Dienstag, 6. März 2007

Konzept „Reden für die Schublade“

Mein Lieblingslandkreis lud ein: 40 „Entscheidungsträger“, wie es so schön nebulös in der hiesigen Tageszeitung hieß, debattierten darüber, wo denn nun die Stärken dieses unseres geliebten Landkreises liegen und wie zum Teufel man diese denn nun nutzen könne. Unser hochgeschätzter Landrat wies denn auch gleich diesem so genannten „Integriertem ländlichen Entwicklungskonzept“ eine „hohe Durchschlagskraft“ zu – und die hiesige lammfromme Tageszeitung hat nichts Besseres zu tun, als diesen Persilschein in der Überschrift zu zitieren.

Und ich ziehe skeptisch die Augenbraue hoch. Im Jahre des Herrn 2000 gab die Sparkasse meiner Lieblingskleinstadt ein regionales Entwicklungskonzept in Auftrag, das die Aufgabe hatte, die Stärken unseres Landkreises aufzuspüren – und aufzuzeigen, wie man die nun nutzen kann.

Schon damals argwöhnte ich, dass dieses Konzept stillschweigend in der Schublade verschwinden würde, hielt mich aber dezent zurück. Auch damals lagen die verborgenen Stärken des Landkreises im Tourismus. Welch Wunder: Gegend, Heide, plattes Land, ein paar Radwege, in der Mitte von Norddeutschland gelegen, je eine Stunde von zwei Großstädten entfernt, die eine im Südwesten, die andere im Norden. Dieses Konzept geht schon beim Nachbarlandkreis auf, insofern muss man nicht unbedingt Einstein sein, um auf den Tourismus zu kommen.

Damals hieß es, wir müssen auf die Kartoffel setzen, ja, wir seien berühmt für unsere Kartoffel – und das gelte es auszubauen. Mit Kartoffelfesten. Kartoffelmärkten. Kartoffeldies und Kartoffeldas. Nun, dank des „Linda-Gezänkes“ habe ich tatsächlich den einen oder anderen Landkreis-Bauern in verschiedenen Nachrichtenquellen aufblitzen sehen, aber ich würde doch bezweifeln, dass wir berühmt für unsere Kartoffeln sind. Und selbst wenn? Wer, zum Teufel, reist irgendwelchen Kartoffeläckern hinterher? Ob dieses Konzept aufgegangen wäre oder nicht, vermag ich nicht zu sagen, denn passiert ist nämlich – gar nichts.

Und weil es zu peinlich wäre, eine Kartoffelidee aus verstaubten Schubladen hervorzukramen, und vielleicht, weil auch Entscheidungsträger ihre Berechtigung brauchen, wurde sich brav etwas Neues ausgedacht: Am Marketing hapert es. Stimmt. Wenn keiner weiß, dass es uns gibt, kommt auch keiner her. Und an den Verkehrsanbindungen hapert es auch. So fanden die Entscheidungsträger es seltsam, dass wir nicht an die Verkehrsverbundsysteme eben jener beiden Großstädte angeschlossen sind. Ist auch seltsam.

Doch dass das überhaupt jemand bemerkt, ist für diese Kleinstadt ein echter Kracher. Ich wurde schon fast euphorisch und dachte beinahe daran, dass dieses Mal alles anders werden könnte. Doch ach: Da war es wieder. Mehr Radwege brauchen wir nämlich. Und passende Radwegleitsysteme. Stimmt touristisch gesehen auch. Höre ich aber, seit dem ich denken kann.

Nun denn. Es scheint, als wurde ein neues Konzept für die Schublade geboren. Davon scheint mein Lieblingslandkreis nie genug zu bekommen. Aber ich lasse mich natürlich gerne überraschen.

Dienstag, 27. Februar 2007

L. A. Crash

"O mein Gott", denke ich, "und so etwas kann heute noch in L. A. passieren?" 'Natürlich', sagt mein Unterbewusstsein, und verweist mit einem imaginären Zeigefinger auf den Brennpunkt meiner Kleinstadt. 'Dort geht es doch viel schlimmer zu', und weiß, dass ich weiß, dass es meine Entscheidung ist und immer sein wird, ob ich mich dem verschließe, dem anschließe oder kämpfe. Ich kämpfe. So viel sei gewiss. Du liebe Zeit!

Montag, 26. Februar 2007

Bandidas

Süß. Übertrieben. Feministisch. Schön. Und einer der besten Western, die ich jemals gesehen habe - wenn nicht der beste. Aber ich gebe zu, meine Kriterien sind sicher anders zu bewerten als bei den ... ähm ... in Ermangelung anderer Worte ... "normalen" Western-Film-Liebhabern.

Dienstag, 13. Februar 2007

Oh what a day!

Das Verfassungsgericht entscheidet, dass heimliche Vaterschaftstests immer noch nicht vor Gericht als Beweismittel gelten, sagt aber gleichzeitig, dass es ein Gesetz geben muss, das zweifelnden Vätern die Möglichkeit gibt, Detektiv zu spielen. Und ausgerechnet diese Entscheidung ist die erste, die ich live gesehen habe. Interessant!

Außerdem habe ich heute Leinengarn erstanden. 620 Gramm für schlappe 16 Euro. Das wird sicher reichen für mein erstes mittelalterliches Kleid. So manches Mal ist Ebay doch noch für ein Schnäppchen gut. Und t-r-e-o für eine gute Idee.

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Tja, was neues ist das...
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DonJuergen - 13. Sep, 18:14
Stimmt. Ich war auch...
Stimmt. Ich war auch ziemlich entgeistert. Habe 'ne...
Trojaner2304 (Gast) - 26. Apr, 09:09
1984
Ich finde das "Ministerium für Liebe" - ebenfalls Orwell...
DonJuergen - 25. Apr, 18:51
Das passt doch sehr gut!
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DantesMuse - 19. Apr, 10:41
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Ich kann da als kinderlose Frau nicht mitreden. Aber...
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Ani72 - 18. Apr, 22:35
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Schön, wenn's so wäre. Ich Niedersächsin habe aber...
DantesMuse - 18. Apr, 21:12