Freitag, 4. April 2008

Zahnlose Gleichstellungsversuche

Meine Lieblingskleinstadt hat's geschafft: Wir haben wieder eine (Teilzeit)-Gleichstellungsbeauftragte. Der Unterschied zwischen der alten und neuen besteht nicht nur in der Haarfarbe: Die „Neue“ arbeitet nämlich ehrenamtlich, ist also kostenlos für die Stadt und entlastet damit die stets klammen Kassen. Angesichts eines Jahresbudgets von 90.000 Euro für einen City-Manager, der in der Hauptsache sehr, sehr viel redet, dafür aber sehr, sehr wenig umsetzt, fällt es mir schwer, ob des eingesparten Geldes in Jubel auszubrechen.

Nicht nur, dass eine ehrenamtlich tätige Gleichstellungsbeauftragte sicher nicht unendlich viel Zeit in diesen Posten wird stecken können, nein, auch ihr – ohnehin schon geringer – Stellenwert sinkt dramatisch: Wer will schon auf jemanden hören, der ehrenamtlich arbeitet? Wie soll man, ähm, frau denn aus einer solchen Position heraus etwaige Missstände beheben können?

So hat man der Gleichstellungsbeauftragten den Zahn gezogen, kann sich dafür aber auch beruhigt zurücklehnen: Schließlich haben wir in unserer Stadt ja nun wieder eine Beauftragte für derlei „Gedöhns“ und kann damit den ewig meckernden Weibern das freche Mundwerk stopfen.

Donnerstag, 13. März 2008

Virtuelle (Hör-)Buchwidmung XXIII.

Ab und an wirft man mir seltsame Worte hinterher: Leseratte, etwa, oder: Bücherwurm. Nun ja, ich gebe zu, so ganz ist der Vorwurf der Lesesucht nicht von der Hand zu weisen. Ich behaupte aber der Einfachheit halber mal, es gäbe Schlimmeres.

Zum Glück gibt es auch immer wieder Nachschub, die Schreiberzunft ist ja bekanntlich nicht eben faul. Außerdem lese ich mich quer durch die Genres, sozusagen. Früher war sogar mal Horror dabei, ultraviel Wolfgang Hohlbein und übelste Historienschinken. Nun ja. Jugendsünden. Abenteurromane hingegen kamen mir nicht ins Haus, wofür es übrigens keinen bestimmten Grund gab. Sie interessierten mich ganz einfach nicht. Jetzt, in meinem ganz persönlichen Hörbuch-Zeitalter, rutscht mir durchaus mal eine Iny Lorentz dazwischen – und jüngst sogar ein Abenteuerroman. Die Brautprinzessin nämlich. Eine Geschichte von Prinzen, Riesen, Jägern, Grafen, einer schönen Prinzessin, einem Helden – natürlich, einem unglaublichen Fechter und das Ganze vorgelesen auf eine Art, die mir mindestens des öfteren ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Ich hätte ja nie gedacht, dass mich eine solche Geschichte begeistern könnte. Aber sehr schön das. In der Tat.

Dienstag, 11. März 2008

Kleinstadtelli und das Osterfest

Manchmal komme ich wirklich ins Grübeln: Ist es gut oder schlecht, dass mich meine Journalistentätigkeit mehr oder weniger rechtzeitig an die Feiertage unserer Gesellschaft erinnert?

Nun also Ostern. Osteressen. Osterbräuche. Ostergeschenke. Osterhasen. Und Ostereier. Natürlich. Und eine Kleinstadtelli, die damit nun rein gar nichts am Hut hat.

Allerdings: Der - manchmal etwas verwirrt-verwunderte - Blick von außen hat auch so seine Reize. Es ist ein wenig so, als würde man die etwas seltsam anmutenden Bräuche einer fremden Kultur betrachten. Irgendwie kurios. Aber durchaus interessant.

Freitag, 29. Februar 2008

Kleinstadtelli - eine Inspirationsquelle

Ich fühle mich geradezu geschmeichelt: Die Tatsache, dass ich keinen Fernseher besitze, hat meinen Kollegen in der Redaktion doch tatsächlich dazu veranlasst, mich zum Thema einer seiner Kollumnen zu machen.

Motto: Leute, lasst die Kiste aus und lest lieber statt dessen - oder macht, was immer ihr wollt.

Recht hat er, mein Kollege. Obwohl ich ja ein wenig die Befürchtung habe, dass er selbst seinem Rat nicht sonderlich konsequent folgen wird. Ist halt so: Steht das Ding da, wird's auch benutzt. Aber vielleicht wird's ja ein bisschen weniger. Und das ist ja auch schon etwas.

Samstag, 2. Februar 2008

Liebe Wählerinnen und Wähler,

wir leben in einem Staat, in dem der aufrechte Bürger geschützt werden muss. Vor Menschen, die in dritter Reihe parken. Vor Menschen, die Müll auf die Straße schmeißen. Vor Terroristen und gewaltbereiten Jugendlichen sowieso. Und damit wir, die von Ihnen gewählten Politiker, dieser in dieser hochkriminellen Zeit unfassbar schwierigen Aufgabe auch nachkommen können, MÜSSEN wir sämtliche Überwachungsmethoden nutzen, die uns die heutigen - und zukünftigen - technischen Möglichkeiten bieten.

Da muss man nicht diskutieren, ob das verhältnismäßig ist oder nicht, weil Verbrecher diese technischen Möglichkeiten auch nutzen. Ach ja: Eigentlich, liebe Wählerinnen und Wähler, ist jeder von Ihnen ein potenzieller Krimineller, und deswegen muss jeder von Ihnen präventiv überwacht werden, damit Ihre kriminellen Energien gar nicht erst erwachen. Sie haben ja sicher nichts dagegen, liebe Wählerinnen und Wähler, oder haben Sie etwas zu verbergen?

Was, liebe Wählerinnen und Wähler, sind schon die paar freiheitlichen Errungenschaften, die wir damit undiskutiert und unreflektiert über den Haufen werfen, für die totale Sicherheit?

Das wäre der Klartext. Notdürftig in Politik-Deutsch chiffriert klingt es so, wie die zwei Wahlkampfreden unserer Kanzlerin, die im Doeners Blog zu sehen und zu hören sind.

Kleinstadtellis Welt

von mittelalterlichem Kleinstadtleben, großstädtischen Ausflügen und seltsamen Anwandlungen

Dein Status

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Für Suchende

 

Stadtgespräch

Tja, was neues ist das...
Tja, was neues ist das leider nicht. Vor allem, was...
Oliver (Gast) - 24. Okt, 15:27
Solche "wichtigen" Meldungen...
... sollen doch nur von den Dingen ablenken, von denen...
DonJuergen - 13. Sep, 18:14
Stimmt. Ich war auch...
Stimmt. Ich war auch ziemlich entgeistert. Habe 'ne...
Trojaner2304 (Gast) - 26. Apr, 09:09
1984
Ich finde das "Ministerium für Liebe" - ebenfalls Orwell...
DonJuergen - 25. Apr, 18:51
Das passt doch sehr gut!
Das passt doch sehr gut!
DantesMuse - 19. Apr, 10:41
Ich kann da als kinderlose...
Ich kann da als kinderlose Frau nicht mitreden. Aber...
Ani72 - 19. Apr, 08:35
In der Heute Show wurde...
In der Heute Show wurde ein schöner Plakat - Schnappschuss...
Ani72 - 18. Apr, 22:35
Schön, wenn's so wäre....
Schön, wenn's so wäre. Ich Niedersächsin habe aber...
DantesMuse - 18. Apr, 21:12